Hier ein alter Artikel von mir aus dem Jahr 2011.

Jitte collection. | Juga Paazmaya
Jitte collection. | Juga Paazmaya

Die Jitte wie sie hier zu sehen ist war eine Waffe der japanischen Ordnungshüter im Edojidai und sollte diesen Ermöglichen ohne großes Blutvergießen (dies war damals vom Bakufu unerwünscht) ihrer Arbeit nachzugehen und im dessen Verlauf zum Beispiel randalierende Bushi/Samurai zu entwaffnen und festzunehmen.

 

Jedoch gibt es noch eine andere Form der Jitte die weniger Bekannt ist, die Karakurijitte.

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Karakurijitte

diese Waffe war vermutlich der Vorläufer des Marohoshi und wird zu den Hibuki bzw. Kakushibuki (versteckte/geheime Waffen) gezählt.

 

Aussehen:

Die Karakurijitte war ursprünglich ein einhändig für barer Speerkopf(Yariho) weswegen sie auch als Yarijitte bezeichnet wird. Sie verfügt

über ein drei-kantiges oder diamandförmiges gekreuztes Segment das bei früheren Versionen noch fest, bei späteren(ab ca. 1750) jedoch zur

besseren Transporttation ein-klappbar war. Damit die späteren Versionen nicht einfach aufklappten wurden diese dann mit einem Eisenstift

(Tomegane) und den dazu hörigen Löchern in der Karakurijitte gesichert.

Unter dem Kreuzsegment befand sich gleich der Handschutz(Goken), dieser verfügte über einen Haken(Kagi) mit dem man eine Klinge, ähnlich

der uns bekannteren Jitte abfangen konnte.

 

Geschichte:

Die Karakurijitte war aber keine zivile Waffe wie ihr Namensbruder der Edoer Polizei, sondern war eine Waffe die dazu gedacht war den Feind

niederzustrecken und ihm das Leben zu nehmen.

Wie entstand nun diese Waffe ?

Eine Theorie besagt die Karakurijitte entstand aus einer chinesischen Waffe die in Japan unter den Namen Tenshaku bekannt ist, diese soll

den okinawischen Sai nicht unähnlich gewesen sein.

Die andere Theorie geht auf Miyamoto Musashi no Kami Yoshimoto zurück, der Gründer der Enmei Jitte Ryu bzw. auch Tetsujin Jitte Ryu genannt.

Diesen aber bitte nicht verwechseln mit seinem Enkel Miyamoto Musashi Harunobu, Gründer der Hyho Niten Ichi Ryu !

Yoshimoto arbeitete für Toyotomi Hideyoshi und immer wenn dieser neue Waffen benötigte schickte er Yoshimoto aus der die Kontakte zu

verschiedenen Schmieden und anderen Handwerkern herstellen sollte. Dies führte dazu das Yoshimoto oftmals möglichst unbemerkt durch das

bergige Japan ziehen musste, es wird deswegen auch angenommen das Yoshimoto ein Shinobi in Toyotomis Auftrag gewesen sein soll.

Yoshimoto war ein Experte im Sojutsu, der Speer jedoch ist eine Kriegswaffe und viel zu auffällig um damit unbemerkt durchs Land zu ziehen.

Serge Mol hat deswegen die Theorie aufgestellt das hier der Grund für die Entwicklung der Karakurijitte liegt.

Yoshimoto hat einfach einen Speerkopf versteckt an seinen Körper mit sich getragen den er im Notfall an seinen Wanderstab anbringen konnte.

Diese Theorie wird von Densho der Muso Ryu, einer anderen Ryuha die auf Yoshimoto zurückgeht gestützt das sich in ihr Aufzeichnungen über

Jitteyarijutsu befinden, also Techniken die genau auf dieser Ausgangssituation aufbauen.

 

Verwendung:

Die Karakurijitte wird in der Enmei Ryu ähnlich wie ein Shoto geführt. Die linke Hand hält die Karakurijitte, die Rechte das Daito. Wenn

man attackiert wird macht dies einen Kreuzblock möglich. Es wird vermutet das hier die Ursprünge des Jujidome der Hyoho Niten Ichi Ryu zu

finden sind, da Miyamoto Musashi Harunobu Unterricht in der Ryuha seines Großvaters erhielt.

Leider kann man nichts genaueres mehr über die Verwendung dieser Waffe sagen das die Ryuha tot ist und nur die Densho überlebt zu haben

scheinen.

 

Referenz: Serge Mol: Classical Weaponry of Japan, Special Weapons and Tactics of the Martial Arts, Seite 36 bis 43

Karakurijitte

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